DREI AWARDs für vier Kollektionen

Auch im Jubiläumsjahr blieb sich die Jury treu. Sie machte sich die Entscheidung nicht leicht. Und sie sorgte wieder für eine Überraschung.
Der BALTIC FASHION AWARD für die beste Damen-Kollektion prêt-à-porter geht ex aequo an zwei Kollektionen:
Eva Howitz & Frieder Weissbach (Deutschland)
mit "Zwei Familienalbum" und
Eva Lynn Haberl (Deutschland)
mit "Unfix the fixed"
Begründung der Jury:
Zwei Familienalbum.
Eine humorvolle und junge Präsentation. Preiswürdig finden wir die handwerklichen Details, so die handgemalten Muster, die bis in die Accessoires durchgezogen werden. Die fröhlichen Farben sind Ausdruck von Lebensfreude und passen nicht nur in unsere heutige Zeit, sondern zufälligerweise auch hier an die Ostsee, zu Markise und Landschaft. Wir finden, es war eine gelungene Inszenierung der Kollektion auf dem Laufsteg – es ist eine bis in kleinste durchdachte Kollektion, die sich auch in kleinen Serien für kommerzielle Produktion eignet.
Unfix the fixed.
Die Kollektion ist Ausdruck des jungen Zeitgeistes, wie er sich in momentan in den Großstädten zeigt. Erfrischend andere Sportswear, vor allem haben uns die Ideen in Strick und Jersey überzeugt . Gut finden wir auch die Trompe l’oeil-Effekte, wo beispielsweise ein kleines Shirt auf einem viel größeren abgebildet wird. Überraschende Kombinationen, originelle Lösungen in der Verarbeitung. Eigenwillige, praktische und absolut neue Accessoires wie die Tragetasche und die Nackenschoner. Die Kollektion hat eine urbane Aussage – sie ist dynamisch.
Der BALTIC FASHION AWARD für die beste Herrenkollektion geht an
Sasa Kovacevic (Deutschland/Serbien)
mit "I am a good socialist"
Begründung der Jury:
Eine konsequent ausgeführte Kollektion für Männer. Aber sie funktioniert auch für Frauen. Sasa findet einen neuen Weg, einen Mann innovativ zu kleiden. Zwischen Provokation und großem Auftritt. Durch seine spezielle Schnitttechnik modelliert er ausdrucksstarke Volumen und Schichten und kreiert damit eine völlig neue Silhouette. Mit einem sicheren Gefühl für Balance inszeniert er den aussagekräftigen großen Fischgrat, ohne dass es clownesk wirkt.
Der BALTIC FASHION AWARD für das beste innovative & visionäre Konzept geht an
Isabel Vollrath (Deutschland)
mit "Lost and Found St. Petersburg"
Begründung der Jury:
Sie war verloren und hat sich wiedergefunden. Ihre Kollektion ist eine poetische Erzählungen in vielen unterschiedlichen Geschichten. Ob der Bolero aus Tanzschuhen, ob der Mantel aus Kaffeesäcken, ein Mantel mit Papphandschuhen als Brosche daran, ob der Overall aus Postsäcken – jedes Teil spielt sich ins Herz der Betrachter ein. Das funktioniert gleichermaßen mit Fundstücken wie auch in eigens entwickelten Stoffen. Auf die Konfrontation verschiedener Materialien findet sie eine überzeugende, kreative und feminine Antwort. Sie nimmt uns auf die Reise mit.
Publikumspreis beim BALTIC FASHION AWARD
Bereits am Freitag Abend (29. April 2011) ging der Publikumspreis an die Kork-Kollektion. Die Gäste beim 10. BALTIC FASHION AWARD votierten mit großer Mehrheit für die Präsentation des deutsch-tschechischen Duos Chantal Margiotta und Klara Plaskova.
Das ungewöhnliche Material gab den Ausschlag. Das Publikum war begeistert, was man aus diesem Naturmaterial alles machen kann: Röcke, Jacken, Taschen, Brillen, Armreifen.
Das Material wird speziell bearbeitet und fühlt sich an wie Leder. Durch die experimentelle Schnittgestaltung entsteht eine eigene Formsprache.
| Klara Plaskova vom Duo Margiotta / Plaskova | Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider überreicht den Preis |
Der Publikumspreis ist ein Kaiserbäderring mit drei Brillianten, gestiftet von der Schmuckmanufaktur Niessing, im Wert von 3.000 €.





